Montag, 11. Dezember 2017

11. Dezember 2017

Christkind im Walde
von Ernst v. Wildenbruch (1845-1909)

Christkind kam in den Winterwald, 
der Schnee war weiß, der Schnee war kalt. 
Doch als das heil'ge Kind erschien,
fing's an, im Winterwald zu blühn.

Christkindlein trat zum Apfelbaum, 
erweckt ihn aus dem Wintertraum. 
"Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart, 
schenk Äpfel mir von aller Art!"

Der Apfelbaum, er rüttelt sich, 
der Apfelbaum, er schüttelt sich. 
Da regnet's Äpfel ringsumher; 
Christkindlein's Taschen wurden schwer.

Die süßen Früchte alle nahm's, 
und so zu den Menschen kam's.
Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt,
was euch Christkindlein hat beschert!


Sonntag, 10. Dezember 2017

10. Dezember 2017 - 2. Advent

Die vier Kerzen



Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte: “Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“ Ihr Licht wurde kleiner und erlosch.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: “Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen!“ Ein Luftzug brachte die Kerze zum Erlöschen.

Traurig und leise meldet sich die dritte Kerze: “Ich heiße Liebe, aber ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen sich nur noch selber und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“ Mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht erloschen.

Da kam ein Kind ins Zimmer herein und fing fast an zu weinen: “IHR SOLLT DOCH BRENNEN UND NICHT AUS SEIN!“

Nun meldet sich die vierte Kerze zu Wort: “Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung!“

Da nahm das Kind diese Kerze und zündete mit ihrer Flamme auch die anderen Kerzen wieder an.


Verfasser: unbekannt


Ich wünsche Euch einen schönen 2.Advent

Samstag, 9. Dezember 2017

Johannes Oerding - Hundert Leben


Wir haben viel erlebt,

ne Geschichte die uns ewig bleibt.
Wir haben viel gesehen,
dass es gut für hundert Leben reicht.
Ohne unser Gestern, würd ich mich heut nicht so auf morgen freuen.
Ist es nicht das was zählt?
Eine Zeit, die gut für Hundert Leben reicht!



Ein sehr schöner Song mit einem wunderbaren Text!

Ich wünsche Euch einen wunderbaren 2. Advent!

09. Dezember 2017

Dank an Weihnachten

Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen
und wecken Freude in allen Herzen.
Ihr lieben Eltern, in diesen Tagen,
was sollen wir singen, was sollen wir sagen?

Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste
vom Schönen das Schönste, vom Guten das Beste!
Wir wollen euch danken für alle Gaben
und wollen euch immer noch lieber haben.

Gustav Falke (1853-1916)


Freitag, 8. Dezember 2017

08. Dezember 2017

Alles still!
Theodor Fontane

Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht –
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.


Donnerstag, 7. Dezember 2017

07. Dezember 2017

Die graue Maus
von Conny Cremer

Wie in jedem Jahr waren die Adventswochen wieder hektisch gewesen.
Sie hatte Kostüme geändert, ausgebessert oder sogar komplett neu hergestellt.
Dann hatte sie alle nötigen Requisiten begutachtet und bei Bedarf repariert, ausgetauscht oder ebenfalls komplett neu gemacht. Auch das Bühnenbild hatte sie überarbeitet und so hergerichtet, als sei es noch nie vorher benutzt worden.
Jetzt saß sie in der kleinen Kammer neben der Sakristei aus der sie Stimmen vernahm. Es waren die Kinder und Mütter, die das Krippenspiel in der Kirche aufführen würden, für das sie alle Vorkehrungen getroffen hatte. Sie hatte ihnen alles hingelegt und gestellt, was für die Aufführung nötig war. Die Kostüme in Reihe aufgehängt, so wie sie benötigt wurden. Alle Requisiten dazu gestellt und beschriftet, welches Teil zu welchem Kostüm gehörte.
Sie saß da und lauschte. Jetzt ging es in die Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Am heiligen Abend war die ganze Gemeinde da, auch die U-Boot-Christen, die immer nur an Weihnachten auftauchten.
Aufmerksam verfolgte sie die Aufführung des Krippenspiels, dann die gesamte Christmette und danach die ganzen Danksagungen an die Beteiligten und Darsteller. Danach lauschte sie dem stapfen der Schuhe und Stiefel, die die Kirche verließen. Sie hörte, wie in der Sakristei die Messdiener und der Pfarrer sich umkleideten und dann ebenfalls die Kirche verließen.
Dann war alles still. Keiner war in ihr Kämmerlein gekommen – nicht einmal der Pfarrer war bei ihr gewesen. Niemand hatte ihren Namen erwähnt und somit hatte auch keiner nach ihr geschickt um sich bei ihr zu bedanken. Sie hatte ja nicht groß auf die Bühne gewollt oder mit Dankesarien gefeiert werden wollen. Aber hätte nicht wenigstens der Pfarrer bei ihr vorbei schauen können um ihr zu sagen, dass sie wieder alles schön zu Recht gemacht habe?
Enttäuscht zog sie ihren Schal vom Stuhl und band ihn sich um. Dann stand sie auf und wollte die Tür öffnen, als sie kurz erschrak. Sie hatte eine Bewegung an der Tür gesehen und schaut jetzt genauer hin. Da sah sie eine kleine Maus sitzen, die ihr ungeniert ins Gesicht starrte. „Beinahe hätte ich dich übersehen, so grau, wie du bist,“ sagte sie zur Maus und lächelte bei dem Gedanken sich mit einer Maus zu unterhalten. Als habe das Tier sie verstanden kam es ein paar Schrittchen näher und stand jetzt im kleinen Lichtkegel, den die einzelne Deckenlampe ergab. Hübsch war die kleine Maus, zwar tatsächlich grau, aber hübsch. Sie bückte sich herab und die Maus blieb unbeeindruckt sitzen. Kurz überlegte sie, dann hielt sie der Maus die Hand hin. Und tatsächlich sprang die Maus in die Hand, drehte sich und flitzte zum Schal hinauf. Dort wuselte sie sich tief in den Schal und rollte sich am Hals ein. Verdutzt stand sie da, mit einer Maus am Hals im Schal eingebettet.
Nach kurzer Überlegung öffnete sie die Tür, schloss alles gut hinter sich ab und ging nach Hause. Dort angekommen kam die Maus aus dem Schal gekrochen und setzte sich mit ihr an den, mit Keksen und Kakao gedeckten Tisch. Sie feierten Weihnachten gemeinsam, die kleine und die große grau Maus, die sonst niemand sah. Und damit hatte sie die schönsten Tage, die sie bisher in der Gemeinde erlebt hatte.
Im nächsten Jahr fand kein Krippenspiel mehr statt. Man hatte vergessen, dass jemand sich um Kostüme, Requisiten und Bühnenbild kümmern muss und die nette Dame, die das bisher wohl immer gemacht hatte, war in diesem Jahr nicht da gewesen. Leider hatte keiner eine Ahnung, wer sie gewesen war.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

06. Dezember 2017 - Nikolaus

Nikolaus

Der echte Sankt Nikolaus lebte 340 nach Christus als Bischof im türkischen Myra. Er galt als barmherzig und sehr mildtätig: Alles, was er besaß und darüber hinaus noch erbetteln konnte, verschenkte er an Arme und an Kinder. 

Hier findet Ihr eine wundervolle Geschichte über den Nikolaus:







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